Grundlagen der Bildgestaltung

Grundlagen der Bildgestaltung

Die Bildgestaltung (auch: Komposition) ist eines der wesentlichsten Gebiete des Fotografierens. Sie ist eigentlich der erste Schritt bei jeder Aufnahme eines Fotos und liegt damit zeitlich vor der tatsächlichen, von der Kamera durchgeführten Aufzeichnung des Fotos. Die technischen Grundlagen der Fotografie sind für die Bildgestaltung von großer Bedeutung.

Vor allem Laien neigen oft dazu, sich über Bildgestaltung wenig oder gar keine Gedanken zu machen. Solche Aufnahmen bezeichnet man für gewöhnlich als Schnappschuss - das Foto wird ohne großes Nachdenken und In-Szene-Setzen aufgenommen. Das Ergebnis ist dann oft enttäuschend. Fast jedem wird dies bereits einmal aufgefallen sein - das Foto wirkt am Ende ganz anders als man sich vorgestellt hat oder wie man die Szene selbst erlebt und gesehen hat. Die Aufnahme erscheint vielleicht flach, ausdruckslos, langweilig. Der Hauptgrund ist dabei, dass die Kamera die Welt auf andere Weise sieht als wir. Sie ist einäugig und erzeugt zweidimensionale Abbilder, während wir die Welt mit zwei Augen sehen und sie für uns räumlich erscheint. Wenn man einmal ausprobieren möchte, wie die Kamera einen Ausschnitt sieht, so reicht es bereits aus, das linke oder rechte Auge zu schließen - das Bild wirkt dann in der Tat ganz anders.

Es gibt jedoch einige elementare Regeln und Tricks, wie man Szenen so gestalten beziehungs- weise aufnehmen kann, dass sie attraktiver wirken und aus einem spontanen Schnappschuss eine durchdachte, ansprechende Aufnahme wird. In diesem Abschnitt werden einige wenige, aber umso bedeutendere Regeln vorgestellt, um qualitativ bessere Bilder zu erzeugen. Hauptanliegen ist dabei, ein geeignetes Motiv zu finden, es im Bild zu positionieren und Tiefe zu erzeugen (also den dreidimensionalen Eindruck zu einem gewissen Grad wiederherzustellen). Das Verinnerlichen dieser grundlegenden Regeln der Bildgestaltung ist eine gute Voraussetzung, um überzeugende Bilder hervorzubringen - eine Vielzahl dieser Regeln sind dabei im Kern sehr einfach und nachvollziehbar, so dass sie Fotografen mit ein wenig Erfahrung oft ganz automatisch befolgen.

Unter der Bildgestaltung (Komposition) versteht man die Anordnung und Verbindung formaler Elemente

in einem Kunstwerk. Sie umfasst damit für gewöhnlich das Suchen und Auswählen eines Motivs sowie die Anordnung dessen in einem Bild. Dabei sind eine Vielzahl von Nebenbedingungen wie Farben, Kontrast, Strukturen, Bildausschnitt, Perspektive etc. zu beachten; auch die technischen Grundlagen der Fotografie spielen hier eine gewisse Rolle. So wirken sich Schärfentiefe, Belichtungsdauer, Brennweite etc. ebenfalls auf das zukünftige Bild aus.

Da die Bildgestaltung ein kreativer Prozess ist, ist sie von sehr individuellem Charakter. Eigentlich sollte jeder für sich selbst entscheiden können, wie das aufzunehmende Bild am besten gestaltet werden soll und wie es am besten wirkt - ein Kapitel über Bildkomposition wäre demnach eigentlich überflüssig. Es gibt jedoch verschiedene Regeln und Richtlinien, die man im Allgemeien befolgen kann, um ästhetisch ansprechende Fotos zu erlangen, egal welche eigenen Motive und Ziele man verfolgt. Auch wenn jeder Fotograf seinen eigenen Stil besitzt und eine individuelle Meinung zur Bildgestaltung hat, wird er diesen Richtlinien in vielen Fällen folgen. Eine Anleitung zur korrekten Bildkomposition für ein bestimmtes Motiv beziehungsweise einen bestimmten Fall ist aber natürlich weder möglich noch sinnvoll. Da es nicht nur einen Weg zu einem guten Bild gibt, schließen sich einige Regeln auch gegenseitig aus. Daher hat man oft auch bei der Befolgung der Regeln die Wahl, welche Variante am besten zum Motiv paßt.

Manchmal ist es auch interessant, die in diesem Abschnitt vorgestellten Regeln bewusst zu brechen und somit ein außergewöhnliches Foto zu erzielen. Dies sollte jedoch mit Bedacht getan werden - das Brechen aller Regeln führt nicht automatisch zu beeindruckenden Fotos, sondern schnell zu Chaos oder unqualifizierten Aufnahmen. Wie überall muss am Ende das Gesamtpaket stimmen.